Gefiltert nach Klimaanpassung

41,3 Grad. 500 Milliarden Euro. Und trotzdem kein Plan für die Hitze.

Deutschland hat einen neuen Temperaturrekord. 41,3 Grad Celsius, gemessen am 25. Juni 2026 vom Deutschen Wetterdienst an der Station Saarbrücken-Burbach, um 17 Uhr. Kein Modell, keine Hochrechnung — eine offizielle DWD-Messung. Der bisherige Allzeitrekord von 41,2 Grad aus dem Jahr 2019 ist Geschichte. Und das Besondere: Wir haben ihn an einem einzigen Tag zweimal gebrochen. Erst 40,9 Grad als neuer Juni-Hitzerekord am Vortag — dann, Stunden später, die 41,3.

Das ist eine Zahl, die man sich merken sollte. Nicht weil Rekorde automatisch politisch sind — sondern weil sie eine Frage aufwerfen, die in den vergangenen Wochen kaum jemand klar beantwortet hat: Was haben wir eigentlich für diesen Fall geplant?

Mikroklima und ländlicher Raum

Das Mikroklima ist das lokale Klima eines begrenzten Raumes – beeinflusst durch Bodenbeschaffenheit, Geländeform, Vegetation und Versiegelungsgrad. Es kann sich erheblich vom regionalen Klimadurchschnitt unterscheiden. Auf feuchtem Wiesenboden können zur gleichen Zeit und am gleichen Ort bis zu zehn Grad niedrigere Temperaturen herrschen als auf der asphaltierten Straße nebenan. Das ist keine meteorologische Fußnote – das ist eine Planungsgrundlage. Für Kommunen und Landkreise im ländlichen Raum wird das Mikroklima zur zentralen Steuerungsgröße. Nicht irgendwann. Jetzt.