Marcel Hardrath Strategische Verkehrsplanung & ÖPNV-Governance


ÖPNV-Governance: Strategische Steuerung der Daseinsvorsorge & Verkehrsplanung

Ich unterstütze Bundes‑ und Landesministerien, Fachreferate und öffentliche Aufgabenträger dabei, Governance-Strukturen so zu gestalten, dass die öffentliche Daseinsvorsorge unter realen Finanzbedingungen wirksam, förderfähig und ökonomisch effizient steuerbar bleibt.

Mein Schwerpunkt liegt auf umsetzungsreifen Entscheidungsgrundlagen unter realen Rahmenbedingungen: Recht, Finanzierung, Governance, Klima‑ und Energieziele.

Mein Beitrag: Zielkonflikte früh sichtbar machen, Entscheidungsräume strukturieren und staatliche Risiken beherrschbar machen.

Meine Arbeit zielt darauf ab, politische Zielsetzungen in belastbare Entscheidungsoptionen zu übersetzen – mit transparenten Zielkonflikten, klaren Umsetzungswegen und prüffähigen Annahmen.

So werden Nahverkehrsentscheidungen steuerbar statt situativ, und Förder‑ und Investitionsmittel strategisch statt opportunistisch eingesetzt.

Analysen zur administrativen und methodischen Steuerung:

Marcel Hardrath bei einem Vortrag (Foto: Erik-Jan Ouwerkerk)
Marcel Hardrath bei einem Vortrag (Foto: Erik-Jan Ouwerkerk)

Marcel Hardrath ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Fachgebietsleiter beim Landkreis Nordhausen. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf der strategischen Verkehrsplanung, ÖPNV-Governance sowie der ökonomischen Bewertung von Infrastrukturprojekten.


Steuerungshebel: Nachhaltige Finanzierungsarchitektur im Nahverkehr

  • Entscheidungsfähigkeit herstellen: Machbarkeitsstudien, Nutzen‑Kosten‑Analysen, Wirkungs‑ und Szenariobewertungen.
  • Förderlogik steuern: Förderfähigkeit, Programmlogik, Verfahren (Bund/Land/EU) und entscheidungsreife Unterlagen.
  • Programme bauen statt Einzelprojekte: Pilotdesign, Skalierung, Implementierungs‑ und Betriebslogiken.
  • Klima und Energie integrieren: Einordnung in Klimaschutz, Anpassung, Energie‑ und Transformationsziele.
  • Schnittstellen führen: Übersetzung zwischen Politik, Verwaltung, Planung und Infrastrukturträgern.
  • Alle Beiträge sind darauf ausgerichtet, staatliche Entscheidungen langfristig wirksam und haushalts‑ sowie governance‑fähig zu machen.

Rolle in staatlichen Entscheidungsprozessen

Ich wirke als fachlicher Übersetzer zwischen politischer Zielsetzung, administrativer Umsetzbarkeit und technischer Planung.
Entscheidend ist für mich nicht nur, ob etwas machbar ist – sondern wie es gesteuert, finanziert, begründet und über Jahre tragfähig betrieben werden kann.


Infrastrukturprojekte und operative Umsetzung

Erweiterung des Straßenbahnnetzes in Nordhausen
Liniennetzplan der Straßenbahn mit der geplanten Linie 20

Fallstudie: Integrierte Netzplanung & Infrastruktur-Steuerung

Das Nordhäuser Straßenbahnnetz wurde zuletzt 1993 mit der Erweiterung der Linie 2 nach Ost und 2004 mit dem Lückenschluss zwischen Linie 1 und der Harzer Schmalspurbahn (HSB) zur Linie 10 am Bahnhofsplatz ausgebaut. Seit 1981 endet die Straßenbahnlinie 2 an der Bundesstraße 4 in der Parkallee. Der Abschnitt der B4 zwischen "Harztor OT Ilfeld" und der "Parkallee" verzeichnet täglich mehr als 8.200 Fahrzeuge. Die B 4 verfügt nur über eine Fahrspur pro Richtung und ist die einzige Verbindungsstraße in den Ost- und Westharz sowie die am stärksten befahrene Straße innerhalb der Kreisstadt Nordhausen.

Projekt: Straßenbahn-Lückenschluss

  • Auftraggeber: Landkreis Nordhausen

  • Rolle: Projektplanung & Konzeptentwicklung

  • Ziel: Entlastung der B4 und Verbesserung der regionalen Erreichbarkeit

  • Ergebnis: Planung eines 300 m langen Lückenschlusses zur Anbindung des Stadtteils Salza

Das Projekt adressiert eine der verkehrlich am stärksten belasteten Achsen der Region und zeigt exemplarisch, wie integrierte Verkehrsplanung zur nachhaltigen Stadt‑ und Regionalentwicklung beitragen kann.

Steuerungsrelevante Erkenntnisse: Das Projekt zeigt exemplarisch, wie infrastrukturelle Einzelmaßnahmen im "ländlichen Oberzentrum" als Instrument zur Entlastung überregionaler Verkehrsachsen, zur Sicherung regionaler Erreichbarkeit, zur langfristigen Steuerung von Verkehrsverlagerung und Infrastrukturfolgekosten eingesetzt werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse sind auf vergleichbare Regionen mit begrenzter Straßenkapazität und hohem Pendleraufkommen übertragbar.


Bedarfsorientierte ÖPNV‑Systeme als steuerungsrelevantes Instrument staatlicher Daseinsvorsorge

Bedarfsorientierte und flexible ÖPNV‑Systeme stellen ein zentrales Instrument zur Sicherung der Mobilität im ländlichen Raum dar. Sie ermöglichen es öffentlichen Aufgabenträgern, Erreichbarkeit und Teilhabe auch unter veränderten demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Ich befasse mich mit der strategischen Einordnung, Bewertung und Konzeption solcher Systeme im Kontext bestehender Verkehrs‑, Raumordnungs‑ und Förderstrukturen. Dabei stehen insbesondere folgende Fragestellungen im Fokus:

  • Integration in bestehende ÖPNV‑Netze und Tarifstrukturen
  • Wirtschaftliche Tragfähigkeit und Skalierbarkeit
  • Förderfähigkeit auf Bundes‑ und Landesebene
  • Steuerungs‑ und Vergabemodelle für öffentliche Aufgabenträger

Ziel ist es, innovative Mobilitätsansätze in administrativ belastbare und langfristig steuerbare Konzepte zu überführen, die als Entscheidungsgrundlage für Ministerien und Fachbehörden dienen können.

Referenzen: Strategische Verkehrsplanung und intermodale Vernetzung

  • Strategische Nahverkehrssteuerung und ÖPNV im ländlichen Raum
  • Verkehrs- und Mobilitätskonzepte mit Finanzierungs- und Förderlogik
  • Nutzen-Kosten-Analysen und Wirtschaftlichkeitsbewertungen
  • Klima-, Anpassungs- und energiepolitische Einordnung von Infrastrukturvorhaben
  • Raumordnung, Erreichbarkeit und regionale Entwicklungsstrategien

Arbeitsweise

Ich arbeite so, dass Ergebnisse vorlagenfähig werden: prüffähige Annahmen, klare Variantenlogik, nachvollziehbare Wirkungen und Risiken.

Ziel ist nicht ein „Konzept“, sondern eine Entscheidung, die trägt – politisch, rechtlich, finanziell und operativ.


Transformation und Dekarbonisierung im Schienenverkehr

Machbarkeitsstudie alternative Antriebe Wasserstoff HSB Marcel Hardrath
Machbarkeitsstudie alternative Antriebe Wasserstoff HSB Marcel Hardrath

Fördermittelgestützte Bewertung alternativer Antriebstechnologien im Schienenverkehr

Im Jahr 2021 habe ich erfolgreich Fördermittel des Thüringer Umweltministeriums für ein Projekt zur Bewertung alternativer Antriebstechnologien für die Dampflokomotiven der Harzer Schmalspurbahnen GmbH eingeworben.

Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene technologische Optionen – von Wasserstoff bis hin zu Pyrolysekohle – systematisch untersucht und eingeordnet. Ziel war es, die Einsatzfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Systemkompatibilität alternativer Antriebe im Kontext bestehender Infrastruktur, betrieblicher Anforderungen und klimapolitischer Zielsetzungen zu bewerten.

Das Projekt diente der Schaffung belastbarer Entscheidungsgrundlagen für öffentliche Aufgabenträger und Ministerien im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz, technischer Machbarkeit und langfristiger Betriebsfähigkeit historischer Schieneninfrastruktur.


Ökonomische Evaluation und Systemanalyse von On-Demand-Verkehren

Analyse von On-Demand-Systemen (Bedarfsverkehre)

Analyse / Fachbeitrag Schwerpunkt: Verkehrsökonomie, Regulatorik des autonomen Fahrens, Infrastrukturplanung

Im Zuge der Mobilitätswende werden On-Demand-Systeme (Bedarfsverkehre) oft als Universallösung für den ländlichen Raum propagiert. Diese Analyse untersucht die systemische Wirtschaftlichkeit dieser Verkehre unter Berücksichtigung von Personalkosten, Pooling-Quoten und dem aktuellen regulatorischen Rahmen (AFGBV). Im Fokus steht die kritische Hinterfragung der Substitution von bewährten Linienverkehren durch kleinteilige, hochsubventionierte App-basierte Angebote.

Kerninhalte der Untersuchung:

  • Personalkosten-Divergenz: Analyse der fehlenden Skaleneffekte bei manuell gesteuerten Kleinbussen im Vergleich zum klassischen Linienverkehr.

  • Pooling-Effizienz: Evaluierung realer Bündelungsquoten und deren Auswirkung auf die gefahrenen Fahrzeugkilometer.

  • Regulatorische Barrieren: Identifikation von Hemmnissen in der Autonome Fahrzeuge-Genehmigungs- und Betriebsverordnung (AFGBV) und deren Folgen für die kommunale Haushaltsplanung.

  • Systemische Integration: Entwicklung von Lösungsansätzen zur tariflichen und infrastrukturellen Verzahnung von Bedarfsverkehren als Zubringer zum Schienen-Rückgrat.


Strategisches Parkraummanagement und Infrastrukturbewertung

Parkhauspläne der SWG Nordhausen (Quelle: SWG Nordhausen)
Ansicht des geplanten Parkhauses am August-Bebel-Platz

Bewertung von Parkhausprojekten im Kontext der Mobilitätswende

Der Bau von Parkhäusern ist häufig Ausdruck struktureller Zielkonflikte zwischen Verkehrsentlastung, Flächennutzung und langfristiger Mobilitätssteuerung. Ich befasse mich mit der strategischen Bewertung solcher Infrastrukturvorhaben im Kontext übergeordneter Verkehrs‑, Raumordnungs‑ und Klimaziele.

Im Fokus stehen dabei insbesondere:

  • verkehrliche Wirkungen und Verlagerungseffekte

  • langfristige Kosten‑ und Folgewirkungen für öffentliche Haushalte

  • Wechselwirkungen mit ÖPNV‑, Rad‑ und Fußverkehrskonzepten

  • Vereinbarkeit mit regionalen und landesweiten Mobilitätsstrategien

Ziel ist es, belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen, die es öffentlichen Entscheidungsträgern ermöglichen, Parkraumprojekte sachlich zu bewerten, zu priorisieren oder durch alternative Maßnahmen zu ersetzen.


Beruflicher Kontext und Transparenz

Wirtschaftswissenschaftler mit Schwerpunkt Nahverkehr und Raumplanung; Erfahrung in projektbezogener Förderakquise, strategischer Verkehrsplanung und verwaltungsnaher Umsetzung. Ich übersetze politische Zielsetzungen in administrativ handhabbare, finanziell tragfähige und entscheidungsreife Konzepte für staatliche Steuerungs‑ und Förderprozesse.


Beratungsanfragen

Transparenz ist Teil meiner Arbeitsweise, weil Glaubwürdigkeit in staatlichen Entscheidungsprozessen Voraussetzung für Wirkung ist. Ich bin hauptberuflich beim Landkreis Nordhausen tätig. Beratungen für Ministerien, Verbünde und Zweckverbände erfolgen in der Funktion als unabhängiger Fachexperte in Gremien, Arbeitsgruppen und Fachbeiräten oder als Gutachter und werden in Abstimmung mit meinem Arbeitgeber wahrgenommen. Kommerzielle Freiberuflichkeit biete ich nicht an.